Schulstart: Zwischen Abstand und Anspannung

In Sachsen-Anhalt beginnt das Schuljahr unter Corona-Auflagen / Wie die Pädagogen sich für den Vollbetrieb wappnen Von Alexander Walter
Für fast 200 000 Schüler in Sachsen-Anhalt beginnt morgen das neue Schuljahr. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie im Vollbetrieb. Die Vorbereitungen der Schulen sind umfangreich wie nie. Viele Lehrer sind dennoch verunsichert. Von einem Schulstart ins Ungewisse.

Schulleiter Ingo Doßmann plant für seine Grundschule Stadtmitte in Genthin eine zweiwöchige Maskenpflicht außerhalb des Unterrichts.

Die Laune haben sie sich trotz Corona noch nicht verderben lassen an der Grundschule Stadtmitte in Genthin. Durch die Pandemie fällt die Lehrer-Dienstberatung zum neuen Schuljahr länger aus als üblich – an zwei Tagen hintereinander, jeweils länger als eine Stunde. Trotzdem wird an diesem Montag, drei Tage vor Schulbeginn, gelacht.

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Lehrer mit Mailzugängen top ausgestattet

Lehrer in Sachsen-Anhalt sind deutschlandweit mit ihren Kollegen aus Sachsen am besten mit dienstlichen Mail-Zugängen ausgestattet. Dies ergab eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Fachdienstes Tagesspiegel Background Digitalisierung & KI.

So bietet Sachsen-Anhalt bereits seit 2001 und damit am längsten von allen Ländern in der Bundesrepublik Mail-Zugänge für Lehrer. Von den 16 600 Lehrkräften haben inzwischen 10 583 ein persönliches Mailpostfach. Die Nachfrage sei durch Corona auch noch kräftig gestiegen. Seit Ende März kamen laut Bildungsministerium in Sachsen-Anhalt 3552 dienstliche Postfächer dazu.

Ein Großteil der deutschen Lehrer hat bislang keine dienstliche E-Mail-Adresse, ergab die Umfrage. Doch das ändere sich nun. Sieben Bundesländer planen derzeit die Einführung von Dienst-Mail-Adressen für Lehrkräfte: Demnach wollen Baden-Württemberg, Bayern, Saarland, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein noch im Schuljahr 2020/21 damit beginnen, Mail-Postfächer einzurichten. Auch Berlin und Mecklenburg-Vorpommern planen zentrale Mailadressen für Lehrkräfte, allerdings noch ohne konkreten Zeitplan.

Volksstimme Magdeburg

Magdeburgs Förderschulen kommen an ihre Grenzen

Pro Jahr mussten in Förderschulen drei Klassen zusätzlich untergebracht werden / Stadt sieht Gesprächsbedarf mit Land

Die Zahlen sind beunruhigend und werfen Fragen auf, deren Betrachtung und Beachtung drängt. Immer mehr Kinder werden einer Förderschule zugewiesen. Dies liege zum einen an vermehrt auftretenden Entwicklungsstörungen, die infolge des medizinischen Fortschrittes bei der Rettung von Frühgeburten auftreten.

Zum anderen werden zunehmend Flüchtlingskinder mit Kriegstraumata den Förderschulen zugewiesen.

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„Notstandsgebiet Bildung“

Arbeitgeber und Opposition üben nach Bildungsmonitor heftige Kritik an Schulpolitik des Landes


Wegen des schlechten Abschneidens Sachsen-Anhalts beim aktuellen Bildungsmonitor schlagen Wirtschaft und Opposition Alarm. Arbeitgeberpräsident Gutmann spricht etwa angesichts der hohen Schulabbrecherquote von einem „Armutszeugnis“ fürs Land.

Die Leistungen der Viertklässler in Sachsen-Anhalt gehen weit auseinander. Auch das ist ein Ergebnis des Bildungsmonitors. Foto: Patrick Pleul/dpa
Die Leistungen der Viertklässler in Sachsen-Anhalt gehen weit auseinander. Auch das ist ein Ergebnis des Bildungsmonitors. Foto: Patrick Pleul/dpa
Magdeburg l Überalterte Kollegien, schlechte Betreuungsschlüssel in Kitas und Unis – angesichts der schlechten Noten für Sachsen-Anhalt im aktuellen Bildungsmonitor warnen die Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände im Land vor Standortnachteilen:

Dass etwa 11,4 Prozent der Schüler des Jahrgangs 2017/18 keinen Abschluss erreichten, sei ein „Armutszeugnis für das Bildungssystem“, sagte Arbeitgeberpräsident Klemens Gutmann.

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Ministerin will Masken ab der fünften Klasse

Eine von Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) vorgeschlagene Maskenpflicht im Unterricht soll erst ab der fünften Klasse gelten. Das teilte das Ministerium gestern mit. Die Vorgabe sollte nach Schulstart am 27. August für 14 Tage wirksam sein. So ließe sich die Inkubationszeit für mögliche Corona-Infektionen von Reiserückkehrern überbrücken, hieß es. Entschieden ist noch nichts. Zunächst will Grimm-Benne mit Bildungsminister Marco Tullner (CDU) beraten. Am Dienstag will die Landesregierung ihren Fahrplan vorstellen. Hintergrund für die Überlegungen Grimm-Bennes sind gestiegene Infektionszahlen. Von landesweit 49 Fällen vergangene Woche waren 80 Prozent Reiserückkehrer.

In Nordrhein-Westfalen ist gestern die Schule gestartet. Dort gilt bis 31. August die Maskenpflicht im Unterricht ab der fünften Klasse. Dabei ist Maske nicht gleich Maske, wie Tests zeigen. Während OP-Masken 90 Prozent infektiöser Aerosole zurückhalten, erhöhen Stoffe mancher Halstücher das Ansteckungs-Risiko sogar.

Volksstimme Magdeburg

Schweißtreibend und laut

Schüler in NRW tragen bei brütender Hitze Masken im Klassenzimmer / Mehr Lärm als vorher

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Eine Schülerin der Klasse 8a der Gesamtschule in Münster hebt ihre Mund- und Nasen-Maske an, um etwas zu trinken. Bei der Hitze ist das Tragen des Schutzes kein Vergnügen für die Schüler. Foto: dpa

Maskenpflicht im Unterricht bei brütender Hitze: In Nordrhein-Westfalen startete an diesem Mittwoch mit dem Schulbeginn nach sechseinhalb Wochen Sommerferien die Generalprobe. Ganz Deutschland schaut hin, ob und wie der Sonderweg der von Armin Laschet (CDU) geführten Regierung im bevölkerungsreichsten Bundesland funktioniert, denn landesweite Maskenpflicht im Unterricht gibt es bislang nur hier. Ausgenommen bleiben davon lediglich die Grund- und Förderschulen.

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Sofortprogramm für Laptops an Schulen gestartet

15,3 Millionen Euro landesweit stehen zur Verfügung / Geld soll in Notebooks und Tablets fließen

In Sachsen-Anhalt hat die Umsetzung eines Sofortprogrammes zur Anschaffung von Schullaptops und -notebooks begonnen. Dem Land stehen dabei 15,3 Millionen Euro aus einem 500-Millionen-Euro-Programm des Bundes zur Verfügung. Die Geräte sollen nach Lieferung Schülern zur Verfügung gestellt werden.

Für 48 öffentliche und private Schulträger beschafft das Land die Computer dabei zentral über einen Dienstleister. Der Auftrag soll in den nächsten Tagen herausgehen, teilte das Bildungsministerium mit. Die so bestellten Geräte könnten binnen eines Monats, also wenige Wochen nach Schuljahresstart am 27. August, nutzbar sein.

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Hort für die Großen macht Schule

Mehr als 200 Neuanmeldungen: Bedarf an Betreuung nach dem Grundschulalter wächst

2017 eröffnete das Norbertusgymnasium als erste weiterführende Schule in Magdeburg einen Hort. Inzwischen haben drei weitere Schulen nachgezogen, eine vierte könnte zum neuen Schuljahr folgen. Der Bedarf an Hortplätzen für Kinder über das Grundschulalter hinaus wächst.

Von Geburt an bis zur Versetzung in die 7. Klasse haben Kinder in Sachsen-Anhalt einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung (siehe Infokasten). Nach dem Kita-Alter übernehmen an allen Grundschulen die Horte diese Aufgabe – bis zum Ende der Grundschulzeit nach Klasse vier. Horte an weiterführenden Schulen gab es bis 2017 in Magdeburg gar nicht, weil Bedarf nur im Einzelfall angemeldet wurde. Das hat sich – nach Eröffnung des Schulhortes am Norbertusgymnasium und dank einer verbesserten Information der Eltern über die Rechtslage samt Bedarfsabfrage durch die Stadt – geändert.

Bereits 213 Familien haben für das kommende Schuljahr Bedarf an Hortbetreuung für ihre künftigen Fünftklässler angemeldet. Darüber und dass weitere Meldungen erwartet werden, informiert die Sozialbeigeordnete Simone Borris (parteilos) auf Nachfrage der Volksstimme.

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Schulstart nur mit Maske

Mehrere Länder beschließen Vorgabe / Studie: Kaum Infektionsgefahr in Schulen
Nach dem Start Mecklenburg-Vorpommerns ins neue Schuljahr nimmt die Debatte über eine Maskenpflicht an Schulen wieder Fahrt auf. Lehrerverbände fordern zudem Corona-Tests an Schulen.

Magdeburg l Dreieinhalb Wochen vor Schulbeginn am 27. August fordert Sachsen-Anhalts Gymnasiallehrerverband eine Maskenpflicht für Schulgebäude: „Außerhalb des Unterrichts, in Fluren und Treppenhäusern, ist eine solche Regelung für den Infektionsschutz wichtig und notwendig“, sagte Philologenverbandschef Thomas Gaube gestern.

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